BDG rät: Mit Nützlingen und sanften Methoden Blattläuse umweltgerecht bekämpfen
(wagner)
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Das warme Wetter in den vergangenen Wochen hat zu einer massenhaften Vermehrung von Schädlingen geführt. Vor allem vor Blattläusen scheint derzeit kein Garten und kein Balkon verschont zu bleiben. Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) rät, die saugenden Schädlinge der Umwelt und den Pflanzen zuliebe mit sanften Methoden zu bekämpfen. |
Durch das Saugen der Läuse werden die Pflanzen geschwächt, Triebe verkümmern, Knospen fallen ab. Zudem sind Blattläuse durch ihre klebrigen Ausscheidungen – dem so genannten Honigtau – Wegbereiter für Rußtaupilze. Und schließlich übertragen sie für die Pflanzen gefährliche Viren.
„Die beste Vorbeugung gegen Blattläuse ist: Halten Sie Ihre Pflanzen gesund und fördern Sie Nützlinge“, rät Jürgen Sheldon, Fachberater des BDG. Ausreichend mit Nährstoffen, Wasser und Licht versorgte Pflanzen sind weniger anfällig für Blattläuse und überstehen auch einen mäßigen Befall. Natürliche Feinde der Sauger sind Florfliegen, Schwebefliegen, Marienkäfer, Schlupfwespen und deren Larven. Diese lassen sich zum Beispiel von blühenden Blütenpflanzen oder Bienenweiden anlocken. Um Blattläuse von Obstbäumen fernzuhalten hat es sich bewährt, die Baumscheiben mit Kapuzinerkresse zu bepflanzen. Wer im Kleingarten oder Freiland Gemüse anbaut, kann die Pflanzen mit einem Kulturschutznetz abdecken. Empfehlenswert ist der Anbau von blattlaustoleranten Salatsorten oder von roten Sorten – diese werden von den Läusen schwerer „entdeckt“. Zudem hilft regelmäßige Kontrolle und sofortiges Beseitigen, einen massenhaften Befall zu vermeiden. „Am besten ist es, die entdeckten Läuse gleich zu zerdrücken – auch wenn es unappetitlich wirken mag“, sagt Sheldon.
Sind die Pflanzen bereits total verlaust, müssen andere Methoden her: Läusekolonien an Sträuchern oder Rosen können mit einem scharfen Wasserstrahl weggespritzt werden. Stark befallene Triebe einfach abschneiden. Ein bewährtes Hausmittel ist das Besprühen der Pflanzen mit einer selbst gemischten Brühe aus 150 bis 300 Gramm Schmierseife (keine Haushaltsseife, sondern reine Kali-Seife aus der Apotheke oder Drogerie!) und zehn Litern heißem Wasser. Der BDG weist jedoch darauf hin, dass seit der Novellierung des Pflanzenschutzgesetzes Privatleuten oder Kleingärtnern der Einsatz solcher selbst gemischter Pflanzenschutzmittel verboten ist und als Ordnungswidrigkeit geahndet werden kann.
Auch der Fachhandel hält eine Reihe von Produkten bereit. „Abzuraten ist aber von allen Mitteln, die auch die Feinde der Blattläuse schädigen“, sagt Sheldon. Nützlingsschonend und weitgehend umweltverträglich sind zum Beispiel Mittel auf Kaliseifen-, Rapsöl- oder Fettsäurebasisbasis. „Zur chemischen Keule sollten verantwortungsbewusste Gartenfreunde am besten gar nicht greifen“, mahnt Sheldon.